Zukunft Energie  

27. Juni 2014

Sonnensteuer auf selbstgenutzten Ökostrom? Was die EEG-Reform 2014 für Eigenstromversorger mit sich bringt

Reform der EEG-Umlage 2014 – auch im Blickfeld: selbstgenutzter Solarstrom | Bild: Photocase / flixt

Reform der EEG-Umlage 2014 – auch im Blickfeld: selbstgenutzter Solarstrom | Bild: Photocase / flixt

Dass das Vorantreiben der Energiewende kostspielig ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Jedes Jahr zahlen Unternehmen und Bürger – alle Stromkunden – mit ihren Abgaben im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) rund 20 Milliarden Euro (derzeit 6,24 Cent pro Kilowattstunde) an den Staat, um die Stromproduktion aus regenerativen Energien zu fördern.

Damit der fortwährende Anstieg der EEG-Umlage dauerhaft abgebremst werden kann, sollen diese finanziellen Lasten künftig auf weiteren Schultern verteilt werden. So sollen jetzt auch Eigenstromerzeuger in die Verantwortung gezogen werden und für den selbst produzierten und genutzten Ökostrom ebenfalls eine Umlage zahlen. Bisher war diese Gruppe von der EEG-Umlage gänzlich befreit.

Schon ab August: Das überarbeitete EEG tritt in Kraft

In den letzten Wochen diskutierten Politiker, Wissenschaftler und Verbraucherschützer heftig über den neuen Gesetzesentwurf, der ab 1. August 2014 in Kraft treten soll. Am heutigen Freitag will der Bundestag darüber entscheiden.

Was steht im EEG-Entwurf?

Wer eine kleinere Solaranlage auf dem Hausdach eines Ein- oder Zweifamilienhauses installiert hat, um sich künftig selbst mit Strom zu versorgen, kann aufatmen. Private Fotovoltaik-Betreiber von neuen Anlagen bis zu zehn Kilowatt Leistung sollen von einer „Sonnensteuer“ befreit werden. Auch Besitzer älterer, bereits in Betrieb stehender Anlagen, egal welcher Größe, sollen aufgrund des Bestands- und Vertrauensschutzes davon ausgenommen werden.

Etappenweise: Erhöhung der Eigenstrom-Umlage

Diese Ausnahme gilt jedoch nicht für Eigenstromversorger mit neuen großen Ökostrom- oder KWK-Anlagen oder gar Kraftwerken, die mit Biomasse, Wasser, Wind, Sonne oder Geothermie Ökostrom für ihre Fabriken produzieren. Bei großen Industriebetrieben ging der Trend innerhalb der letzten Jahre stark hin zur eigenen Stromerzeugung, um den gesetzlichen Abgaben aus dem Weg gehen. Neben diesen großen Industriebetrieben sind aber vor allem auch Supermärkte und kleinere Unternehmen betroffen.

Der Entwurf des neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht für all diejenigen vor, ab August 2014 bis Dezember 2015 einen Anteil von 30 Prozent der derzeitigen Ökostrom-Umlage für jede selbst erzeugte Kilowattstunde zu zahlen. Stufenweise soll sich der Prozentsatz bis 2017 auf 40 Prozent erhöhen. Das sind circa 2,5 Cent je Kilowattstunde. Kritiker befürchten daher, dass der Wachstumsmarkt „Eigenstrom“ für Gewerbebetriebe stark in Gefahr ist. Denn das sei so ähnlich, als wenn jemand Mehrwertsteuer zahlen müsse, weil er Äpfel aus dem eigenen Garten isst.

100 Prozent EEG-Umlage für konventionelle Eigenversorger

Alle anderen Eigenversorger, die ab August konventionellen Strom oder Wärme aus Kohle oder Gas herstellen, sollen zu 100 Prozent mit der EEG-Umlage belastet werden.

Wie geht es jetzt weiter? Im Juli 2014 muss auch der Bundesrat dem Gesetzesentwurf zustimmen, bevor die EEG-Reform im August tatsächlich in Kraft treten kann. Wir werden hier über alle Neuigkeiten berichten.

Weiterführende Informationen rund um die Reform des Erneuerbare-Energie-Gesetzes gibt es auch beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

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