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Onlineshopping spart Energie! Oder doch nicht? I kallejipp / photocase.de
Onlineshopping spart Energie! Oder doch nicht? I kallejipp / photocase.de
22. November 2017

Spart Onlineshopping Energie?

Onlineshopping boomt – dabei kann man ja auch gut den Menschenmassen in der Innenstadt aus dem Weg gehen. Und spart man nicht auch Energie beim Shoppen von der Couch aus? Darüber diskutieren Wissenschaftler heftig. Wir haben uns eine aktuelle Langzeitstudie* zum Energieverbrauch beim Onlineshopping angeschaut und für Euch die spannendsten Ergebnisse herausgepickt.

1. Niedriger Energieverbrauch durch mehr Daten

Immer mehr Produkte werden online gekauft. Im Jahr 2020 werden wohl 20 Prozent des gesamten Handels in Deutschland übers Netz stattfinden**. Dadurch entstehen Unmengen elektronischer Daten, die Auskunft über Ort, Zeit und Menge der benötigten Produkte geben. So können sich Produzenten, Händler und Logistiker sehr gut auf die Nachfrage einstellen. Genauere Prognosen verhindern eine Überproduktion, wodurch wiederum Ressourcen und Energie eingespart werden.

 2. Dauerhafte Sales – mehr Energieverbrauch?

Ein Faktor, der das Einkaufen im Netz für Viele attraktiv macht: Im Vergleich zum klassischen Geschäft in der Fußgängerzone ist online einfach ständig Sale. Kritiker des Onlineshoppings vermuten, dass die niedrigen Onlinepreise zu stärkerem Konsum führen, dadurch wiederum mehr Produkte hergestellt werden und so mehr Energie verbraucht wird. In diesem Punkt gibt es aber noch kein eindeutiges Ergebnis.

3. Verpackungen kosten Energie

Heftig wird auch über Verpackungsmaterial diskutiert. Kartons, Plastikhüllen und Co. sind ein komplexes Thema, weil sowohl Produkte im Kaufhaus als auch im Onlineshop oft unnötig eingepackt sind – und Verpackungen herzustellen, kostet Energie.

4. Lieferungen mit dem Transporter als Energiefresser?

Mehr Energie wird auch verbraucht, wenn mehr Kraftstoff verbraucht wird. Allerdings kann man trotzdem nicht eindeutig sagen, wie die Energiebilanz von Lieferungen nach Hause im Vergleich zum klassischen Einkauf ist. Zumindest ist der Weg, den die Ware zum Kunden zurücklegen muss, mit dem Lieferwagen oft kürzer, verbraucht also weniger Energie. Das ist so, weil Logistikunternehmen ihre Lieferwege zum Endkunden akribisch genau planen, um Kilometer und Zeit zu sparen. Dem gegenüber stehen die vielen privaten Einkaufsfahrten, die laut dem „Weißbuch Nachhaltigkeit“ durchschnittlich eine Länge von ganzen sechs Kilometern haben. Allerdings hinkt der Vergleich auch etwas, wenn man Einkaufsfahrten mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit Bus und Bahn berücksichtigt, die besser für den Energieverbrauch sind als Autofahrten. Außerdem müssen die vielen Retouren beim Onlineshopping auch wieder mit dem Lieferwagen zurückgefahren werden.

5. Das Verhalten der Käufer als Knackpunkt

Bei welcher Art einzukaufen mehr Energie verbraucht wird, hängt laut den Forschern der Studie am meisten davon ab, was Käufer mit der Zeit anfangen, die sie durch Onlineshopping gewinnen. Die gesparte Zeit wird laut Studie nämlich nicht gerade energiesparend verbracht, sondern häufig für zusätzliche Autofahrten, TV-Konsum oder Computerspiele genutzt. Und das ist die Hauptursache für eine schlechte Öko-Bilanz des Onlineshoppings, so die Studie.

Fazit

Faktoren wie Verpackung, Lieferungen oder Retouren führen zu keinem eindeutigen Ergebnis. Es kommt tatsächlich darauf an, wie wir uns als Konsumenten verhalten. In zwanzig verschiedenen Onlineshops jeweils nur ein oder zwei Dinge zu bestellen, hat eine andere Energiebilanz als ein Einkauf von zwanzig Dingen in einem einzigen Onlineshop. Ein Einkauf mit dem Fahrrad beim Laden um die Ecke kann nicht mit einem Einkauf mit dem spritschluckenden Auto in einer riesigen, klimatisierten Shoppingmall verglichen werden. Manche Lieferdienste bieten Recyclingkartons an, andere nicht.

Wie die Studie empfehlen wir deshalb: Hinterfragt Euer eigenes Verhalten – und zwar auch in der Zeit, die Ihr durchs Onlineshopping eventuell eingespart habt.

* Durchgeführt haben die Studie Forscher der Europa-Universität Viadrina und der Leipzig Graduate School auf Management.

**Das hat der Handelsverbands Deutschland ausgerechnet.

 

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie