Zukunft Energie  

28. Oktober 2011

Steile Karrieren, interessante Stellen: Die spannendsten Jobs in der Branche „Erneuerbare Energien“

Vom Hype beflügelt: Mit Green Jobs geht es hoch hinaus! | Bild: Photocase / kallejipp

Vom Hype beflügelt: Mit Green Jobs geht es hoch hinaus! | Bild: Photocase / kallejipp

 

Viele User gaben bei einer Umfrage auf unserer Facebook-Pinnwand an, Jobs im Bereich „Erneuerbare Energien“ spannend zu finden und gerne selbst aktiv an der Energiewende mitzuwirken. Für uns Grund genug, die neuen verheißungsvollen Berufsbilder unter die Lupe zu nehmen. Denn wie kann man sich überhaupt zu einem Windkrafttechniker oder Solaranlageninstallateur ausbilden lassen? Und welche Perspektiven bietet die Branche Akademikern?

Hoch hinaus als Windkrafttechniker: Schwindelfreie Bewerber sind deutlich im Vorteil

„Sie sind auch ganz sicher schwindelfrei?“ Wer diese Frage im Bewerbungsgespräch mit einem klaren „Ja“ beantworten kann, der hat bereits eine wichtige Voraussetzung für den Job des Windkraftanlagentechnikers erfüllt. Schließlich müssen Techniker, die Windräder montieren oder warten, manchmal bis zu 165 Meter hohe Sprossenleitern erklimmen. Auch wenn sie dabei mit einem Klettergurt gesichert sind, haben Windkrafttechniker garantiert nicht den sichersten Arbeitsplatz. Das betrifft jedoch nur  das Gefahrenpotenzial der Arbeit. Denn Jobs im Bereich „Erneuerbare Energien“ gelten insgesamt als äußerst sicher. Bis 2020 sollen in Deutschland nämlich bis zu 112.000 neue Stellen alleine in der Windenergie-Branche entstehen und es herrscht europaweit ein akuter Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften.

In knapp 10.000 deutschen Betrieben kann man bereits eine Lehre zum Anlagenmechaniker im Bereich „Umwelttechnik“ oder „Erneuerbare Energie“ absolvieren. Nach Ende der Ausbildung winkt eine Anstellung in größeren elektrotechnischen Installationsbetrieben oder im Dachdecker-Handwerk. Auch viele Energieversorger suchen verstärkt junge motivierte Mitarbeiter und bieten spannende Ausbildungsprogramme an. Bei den Pfalzwerken läuft die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik, in deren Verlauf man auch die Funktionsweise und die technischen Einzelheiten von Windkrafträdern und Solaranlagen genau kennenlernt, beispielsweise so ab:

  • Zwölfmonatige Grundausbildung im hochmodernen Bildungszentrum
  • Zweites Ausbildungsjahr: erste Praxiserfahrungen mit modernen Energieformen wie Solar- oder Windkraft und Ausbildung an Klettermasten
  • Drittes Lehrjahr: Betriebsdurchlauf in Außenstellen und weitere Spezialisierung durch Fachlehrgänge

Planen, prüfen, beraten: Umweltingenieure und Umweltberater zeigen, wie man erneuerbare Energie optimal einsetzt

Wer dauerhaft nicht in luftigen Höhen, sondern lieber in einem Büro arbeiten möchte, für den eignet sich neben einer kaufmännischen Ausbildung in dieser Branche vor allem der Job des Umweltingenieurs. Absolventen von technischen Studiengängen mit einer Spezialisierung auf Umwelttechnik sind auf dem Arbeitsmarkt gefragter denn je. Interessenten für einen der aktuell rund 300 Studiengänge im Bereich „Grüner Energie“ sollten neben einem ausgeprägten Interesse an ökologischen Themen vor allem eine große Begeisterung für Technik und Naturwissenschaften mitbringen. Denn Chemie, Biologie, Mathematik und Physik stehen bei technischen Umwelt-Studiengängen immer auf dem Stundenplan.

Wer sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, analysiert anschließend in Industrieunternehmen, Behörden, Forschungsinstituten oder Planungsbüros, wie sich erneuerbare Energien möglichst effektiv nutzen und einsetzen lassen. Darüber hinaus prüfen Umweltingenieure, wie man neue Produkte noch „grüner“ machen könnte. Denn für Kühlschränke, Autos oder Fernseher gilt längst, dass sie möglichst wenig Energie verbrauchen und absolut umweltverträglich sein sollten. Doch der grüne Job-Boom erfasst verstärkt auch den Dienstleistungssektor und lässt immer mehr Beratungsunternehmen mit interdisziplinären Teams entstehen. Hier werden nicht nur Ingenieure, sondern auch Informatiker, Juristen, Kaufleute oder Naturwissenschaftler mit einem guten Gespür für die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Energieeffizienz“ gesucht. Ihre Aufgabe besteht schließlich darin, Unternehmen zu zeigen, wie sich durch manchmal ganz einfache ökologische Maßnahmen Kosten erheblich senken lassen.

Mehr als jeder 20ste Deutsche arbeitet bereits heute in einem „Green Job“. Bis 2020 sollen nach Prognosen des Umweltbundesamtes sogar noch 500.000 weitere Arbeitsplätze in der Energiebranche geschaffen werden. Netter Nebeneffekt dieser Jobs: Das gute Gefühl, aktiv an der Energiewende mitzuwirken.

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie