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4. September 2014

Stromautobahn: Was ist das und wie ist der Fortschritt in Richtung Energiewende?

Geschwindigkeitsrausch – Ökostrom-Autobahnen für den schnellen Netzausbau? | Bild: Photocase / view7

Geschwindigkeitsrausch – Ökostrom-Autobahnen für den schnellen Netzausbau? | Bild: Photocase / view7

81,1 Terawattstunden Strom stammten im ersten Halbjahr 2014 in Deutschland aus regenerativen Energien. Braunkohle machte hingegen 69,7 Terawattstunden am Strommix aus. Das hat im Juli 2014 eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme herausgefunden, die auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Energiebörse EEX basiert. Erneuerbare Energien sind demnach nun die wichtigsten Quellen für Strom in Deutschland. Das größte Plus konnte die Windenergie verzeichnen (17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), was dem kontinuierlichen Ausbau von Windkraftanlagen vor allem im Norden Deutschlands zu verdanken ist. Der Anteil könnte sogar noch höher sein, wenn Wege gefunden würden, zum Beispiel die großen Mengen Windstrom in andere deutsche Regionen, insbesondere den Süden, zu transportieren. Dies wäre ein wichtiger Schritt, damit die Energiewende gelingt.

Erneuerbare Energien sind die treibende Kraft der Energiewende (Quelle: Bruno Burger, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (http://www.ise.fraunhofer.de/de)

Erneuerbare Energien sind die treibende Kraft der Energiewende (Quelle: Bruno Burger, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (http://www.ise.fraunhofer.de/de)



 

Strom aus dem Norden in den Süden der Bundesrepublik

Eine mögliche Lösung für die Weiterleitung der Energie sind Stromautobahnen. Das ist im Prinzip vergleichbar mit dem Straßennetz, das aus Autobahnen, Bundes- und Landstraßen besteht. Die Autobahnen des Stromnetzes sind Hochspannungsleitungen, über die der Windstrom aus dem Norden in den Süden Deutschlands geleitet wird. Für diese grobe Verteilung der Energie sind die vier großen Stromnetzbetreiber Amprion, TenneT, 50Hertz und TransnetBW verantwortlich. Stromanbieter wie 123energie sorgen dann dafür, dass die Endverbraucher in den entsprechenden Regionen mit dem Ökostrom versorgt werden.

Eine der großen Megatrassen könnte von Wilster bei Hamburg nach Grafenrheinfeld (Bayern) entstehen: Das Projekt „Suedlink“ von zwei der größten vier Netzbetreiber sieht eine 800 Kilometer lange Stromautobahn vor mit einer Übertragungskapazität von 4.000 Megawatt. Bis 2022 sollen die bis zu 70 Meter hohen Leitungen stehen, zu einem großen Teil entlang der Autobahn A7. Fünf Bundesländer wären dann von dem Bau der milliardenteuren Trasse betroffen. Das trifft nicht nur auf Zustimmung.

Netzausbau bleibt weiterhin umstritten

Doch besonders die Bürger, die in unmittelbarer Nähe der geplanten Megatrassen leben, protestieren nach wie vor gegen das Vorhaben. Für sie bedeutet es einen großen Eingriff in ihr direktes Lebensumfeld – aber auch die Umwelt und Tiere würden durch den Bau stark gefährdet. Immer wieder diskutieren daher die Netzbetreiber auf Informationsveranstaltungen mit den Gegnern über alternative Lösungswege, den umweltfreundlichen Strom in Deutschland zu verteilen. Ein Dialog dieser Art suchte beispielsweise TenneT Mitte Juni 2014 in 22 Orten der betroffenen Bundesländer.

Es ist also noch immer keine endgültige Entscheidung über den Bau der Stromautobahnen getroffen. Sobald es hierzu Neuigkeiten gibt, werden wir auf unserem Blog darüber berichten.

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie