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Meister Pelz hält auch Winterschlaf | photocase.de, bisgleich
Meister Pelz hält auch Winterschlaf | photocase.de, bisgleich
16. November 2016

Tiere im Energiesparmodus

Tschüss Übergangsjacke, hallo Handschuhe! Der November erwischt uns kalt – und auch die Tierwelt. Im Gegensatz zu uns können Tiere im Winter allerdings nicht einfach die Heizung aufdrehen, sondern müssen auf andere Tricks zurückgreifen um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Viele unserer tierischen Verwandten versetzen ihre Körper deshalb in den Energiesparmodus: sie halten Winterschlaf, Winterruhe oder verfallen in die Winterstarre.

Ein Bett aus bunten Blättern
Bekanntester Vertreter und ein wahrer Meister des Winterschlafs ist der Igel: Seinen Stoffwechsel kann er auf mickrige zwei Prozent seines eigentlichen Umsatzes reduzieren! Er atmet während des Schlafs nur noch ein bis zweimal in der Minute, sein Herz schlägt fünf statt der sonst üblichen 200 Schläge pro Minute. Um die kalte Jahreszeit in Ruhe zu verschlafen, rollen sich Igel gerne unter Blätterhaufen zusammen. Menschen sollten daher nicht jedes einzelne Blatt im Garten wegräumen.

Bitte nicht stören
Hat es sich ein Igel in seinem Blätterbett gemütlich gemacht, schläft er zwar tief und fest, aber nicht ununterbrochen bis zum Frühling durch. Ab und zu wacht er auf, um die Position zu ändern oder sich zu erleichtern. Menschen sollten schlafende Tiere auf keinen Fall zusätzlich wecken – denn das bedeutet häufig einen zu großen Verbrauch von Energie, der für den Igel lebensbedrohlich sein kann. Gleiches gilt für Murmeltiere, Siebenschläfer und Fledermäuse.

Bärenstark – Bärenmüde
Braunbären ziehen sich für ihren Winterschlaf in kuschelige Schlafhöhlen zurück. Dabei gehen sie recht mathematisch vor: Sie fahren ihren Stoffwechsel ganz unabhängig von ihrer Körper- und Umgebungstemperatur auf 25 Prozent ihrer normalen Werte herunter. Allerdings reduzieren sie ihre Körpertemperatur auf nicht weniger als 30,4 Grad, da sonst die Nervenzellen Schaden nehmen würden. Spätestens alle zwei Tage wachen die bärenstarken Schlafmützen auf, um ihre Körpertemperatur wieder auf 37 Grad zu erwärmen.

Ein tierisch-perfekter Gentleman
Einen ganz besonders netten Dienst erweist übrigens das Murmeltiermännchen seiner Familie: Im Frühling erwacht das Männchen zuerst, wärmt seinen Körper und gibt diese Wärme dann durch Körperkontakt an seine Familienmitglieder ab. So fällt denen das Aufwachen leichter. Sehr zuvorkommend, diese Murmeltiermännchen!

Erkenntnisse für den Menschen
Was können wir nun von den Tieren und ihrem Winter-Energiesparmodus lernen? Forscher versuchen das Phänomen des Winterschlafs noch besser zu verstehen, denn es könnte beispielsweise auch Komapatienten oder Astronauten helfen, die eine gewisse Zeit reglos überdauern müssen. Im Gegensatz zu Menschen müssen Tiere nämlich nicht erst neu und mühsam lernen, wie bestimmte Bewegungsabläufe funktionieren, wenn sie aus langem Schlaf erwachen.

 

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie