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26. Dezember 2012

Trailer-Projekt „Materia“: Science-Fiction-Ökothriller für Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Die Umweltaktivistin Sarah ist mit einem genetisch veränderten Pilz infiziert. Dadurch erhält sie die Fähigkeit, Material zu verformen und sogar aufzulösen. Gemeinsam mit den Umweltaktivisten Simon und Marc will sie diese Kraft nutzen, um gegen die Zerstörung der Umwelt und die Ausbeutung der Ressourcen zu kämpfen. Doch der Pilz verändert auch ihren Charakter, der Kampf wird immer skrupelloser und wirft die Frage auf, wer der eigentliche Gegner ist…

Vor etwa einem Jahr berichteten wir über den zehntägigen Dreh des Trailers für den Film „Materia“, ein Projekt von Studenten der Hochschule der Medien Stuttgart – mit freundlicher Unterstützung von 123energie.

Um den actionreichen Trailer aber erst richtig zum Leben zu erwecken, war eine aufwändige Post-Produktion nötig. Über das digitale Arbeiten mit Spielorten sowie Bild- und Soundeffekten erzählt Thomas Niechoj, früherer Absolvent der Hochschule der Medien Stuttgart sowie Produzent und Post-Produktion-Supervisor von „Materia“, in einem Interview mit 123energie.

Warum war die Post-Produktion so wichtig für den Trailer?

Science-Fiction-Filmproduktionen wie „Materia“ spielen meist an Orten oder erzählen Szenarien, die entweder nicht real gedreht werden können oder aber durch ein zu aufwändiges Bühnenbild beziehungsweise Spezialeffekte zu kostenintensiv sind. So mussten wir bei „Materia“ bestimmte Szenen am Computer vervollständigen und virtuelle Spielorte erstellen.

Vor dem Blue Screen gedrehte Szene und integrierter virtueller Hintergrund | Bild: Materia

Vor dem Blue Screen gedrehte Szene und integrierter virtueller Hintergrund | Bild: Materia

Außerdem benötigten wir digitale Effekte, um die Kräfte unserer Superheldin zu visualisieren, wenn sie Material verformt. Bestimmte Szenen mussten mit einem Soundeffekt unterlegt werden, damit der Zuschauer die Aktion leichter zuordnen kann, zum Beispiel wenn plötzlich ein Schatten auftaucht oder eine unsichtbare Bedrohung im Hintergrund die Szene beeinflusst. Mit der Wahl des Soundeffekts oder der musikalischen Untermalung einer Szene kann eine gewünschte Stimmung erzeugt werden, die den Zuschauer emotional durch den Film leitet.

In der Post-Pro und danach: Sarahs Hand mit fallenden Mauerpartikeln | Bild: Materia

In der Post-Pro und im Trailer: Sarahs Hand mit fallenden Mauerpartikeln | Bild: Materia

Wie viele Personen waren insgesamt an der Post-Produktion des Trailers von „Materia“ beteiligt und welche Aufgaben haben sie erfüllt?

Die Produktion des Trailers war eine Low-Budget-Studentenproduktion, bei der alle Arbeitskräfte unentgeltlich mitgewirkt haben. Unser Team bestand aus 14 Mitwirkenden, die perfekt zusammengearbeitet haben. Darunter der Editor (Marcus Mangeot), der den Trailer geschnitten hat, der Colorist (Marcus Badow), der die Farbkorrektur in einem Berliner Studio für uns machen konnte, der Musik-Komponist (Sebastian Bartmann) sowie der Sounddesigner (Johannes Schmitz), der zuständig für sämtliche Soundeffekte, Stimmen und die Mischung war. Für den „Materia“-Trailer benötigten wir zudem viele visuelle Effekte und entsprechend viele Fachkräfte z. B. für die 3D-Effekte, das Compositing (2D) oder für die animierten Grafiken. Der VFX-Supervisor (Markus Raunitschke) und meine Wenigkeit koordinierten und lenkten alle Arbeitsschritte technisch und kreativ.

Animierte Gabel mit 3D-Effekt | Bild: Materia

Animierte Gabel mit 3D-Effekt | Bild: Materia

Wie lange dauerte die Post-Produktion insgesamt?

Die Post-Produktion erstreckte sich über 14 Monate, da wir ein kleines Team waren und durch geringe Rechner-Leistung für das Rendering viel Zeit benötigten. Zudem mussten wir selbst für eine Sequenz, die eventuell nur eine Sekunde zu sehen ist, sehr aufwändige und langwierige Effektbearbeitung betreiben.

Wie üblich ist es, erst einen Trailer zu erstellen und dann den Film zu produzieren?

Im Normalfall wird aus einem fertigen Film ein Trailer erstellt, um den Film vor Kinostart anzupreisen. Hierbei kann aus der Fülle der Bilder ein actionreicher Trailer konzipiert und bei Bedarf sogar verschiedene Versionen mit unterschiedlichem Schwerpunkt verbreitet werden.

Eine reine Trailer-Erstellung ist ziemlich unüblich, da im Vorhinein überlegt werden muss, welche Szenen aussagekräftig genug sind, um irgendwann einen Langfilm zu erzählen. Man benötigt viel Zeit beim Dreh, um anschließend vielleicht nur eine Sekunde für den Trailer zu erhalten. Obwohl wir den Trailer und die benötigten Bilder gut konzipiert hatten, kam es vor, dass es einige Bilder nicht in den Trailer geschafft haben, da diese den Schnittrhythmus gestört hätten.

Mit dem Kopf durch die Wand: die Umweltaktivisten Simon, Sarah und Mark | Bild: Materia

Mit dem Kopf durch die Wand: die Umweltaktivisten Simon, Sarah und Mark | Bild: Materia

Wie gut stehen die Chancen auf eine Verfilmung des Trailers?

Ich erhoffe mir, mit „Materia“ meinen ersten großen Spielfilm zu produzieren. Und tatsächlich, wenn der Trailer erst einmal erfolgreich auf Festivals läuft, könnte er in einen Langfilm umgewandelt werden. Wenn wir dann noch genug Investoren zusammenbekommen, würde dem nichts im Wege stehen.

Einarbeitung der Visual Effects am Bildschirm | Bild: Materia

Einarbeitung der Visual Effects am Bildschirm | Bild: Materia

Ein großes Thema sind derzeit ja die erneuerbaren Energien und der Kampf gegen den Klimawandel. Wie wichtig ist es, unseren immer noch verbesserungsfähigen Umgang mit der Umwelt publik zu machen?

Die willkürliche Zerstörung unserer Natur aus Profitgier und die Verschleierung der Realität vor der Bevölkerung sind wesentliche Bestandteile der Geschichte in „Materia“. Wie in vielen Filmen wird auch in diesem die Situation überzogen dargestellt. Ich bin der Meinung, dass man nur durch eine extreme Veranschaulichung der Tatsachen dem Zuschauer verstärkt die Problematik und Wichtigkeit der globalen Erderwärmung verdeutlichen kann.

Wir wünschen viel Erfolg auf den Festivals und danken für das Interview!

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie