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26. März 2014

Verzicht auf Strom: Fasten für die Energiebilanz

Die einen fasten Süßigkeiten, die anderen Strom | Bild: photocase/Francesca Schellhaas

Die einen fasten Süßigkeiten, die anderen Strom | Bild: photocase/Francesca Schellhaas

Kein Strom. Eine Woche lang. Die meisten Deutschen streichen pünktlich zur Fastenzeit Genussmittel wie Schokolade, Kaffee oder Alkohol von ihrer Speise- und Getränkekarte. Nicht aber Tilmann Schöberl. Der Bayern 1-Morgenmoderator und seine Frau Manuela wagen das Experiment und wollen auf elektrische Energie verzichten – komplett. Gesagt, getan, der Strom ist seit Montag abgeschaltet. Das bedeutet: Kein Kühlschrank, keine Waschmaschine, kein Computer, Fernseher oder Radio. Von elektrischem Herd, Heizung und Licht ganz zu schweigen. Aber zum Glück ist ja Frühling, allzu kalt wird es schon nicht werden. Und was die Beleuchtung angeht, Kerzen spenden ja auch Licht. Wie schlimm kann ein Leben ohne Strom da schon sein?

Einmal heissen Kaffee, aber ohne Strom bitte!

Doch schon am Montag Morgen wartet die erste Hürde auf die Schöberls: der heiße Kaffee nach dem Aufstehen. Wasser ist da, Kaffee auch und für die richtige Temperatur soll statt des heißgeliebten Wasserkochers nun der Gaskocher aus der Campingausrüstung sorgen. Wäre da nicht ein Problem: einen An-Schalter gibt es beim Gasherd nicht. Statt wie gewohnt heißes Wasser auf Knopfdruck zu bekommen, müssen Tilmann und seine Frau Manuela eine geschlagene halbe Stunde werkeln und tüfteln. Doch dann ist es tatsächlich geschafft und die beiden können die erste heiße Tasse genießen.

Nichts für Warmduscher

Der Anfang ist also gemacht, aber wie geht es weiter? Für viele ist vor allem Duschen mit kaltem Wasser ein Graus, eine Alternative bietet nur die Morgenwäsche mit auf dem Gasherd erwärmtem Wasser. Was die Heizung angeht haben bei kälterem Wetter vor allem Haushalte mit Kachelofen einen ganz klaren Vorteil und können bei eisigen Temperaturen sogar die elektrische Wärmeenergie kompensieren. Die größten Herausforderungen für Familie Schöberl stellen jedoch das Kochen sowie die Lebensmittelaufbewahrung dar. Die Lösung: Fleisch oder wasserhaltige Lebensmittel, beispielsweise Tomaten, müssen frisch zubereitet und direkt gegessen werden, denn sie lassen sich ohne entsprechende Kühlung nicht eine ganze Woche lang frisch halten. Brot, Wurzelgemüse sowie luftgetrocknete Nahrungsmittel, wie Schinken oder Salami, können hingegen über mehrere Tage hinweg im etwas kühleren Keller gelagert werden. Wie bei Oma: Nostalgie kommt auf, wenn man das frische Gemüse in Einmachgläsern einlegt und dadurch haltbar macht.

Mit den Hühnern zu Bett

Trotz Kerzenlicht: Lesen und Arbeiten am Abend gestaltet sich bei diffusem Licht recht schwierig. Auch Fernseher, PC oder Spielekonsole gibt es nicht. Da fällt die Abendgestaltung schon ein wenig schwerer. So sieht sich der „Morgenmann“ gezwungen, seinen Tagesrhythmus an die Lichtverhältnisse anzupassen, indem er seinen Tag früher startet und enden lässt. Was die Unterhaltung angeht, übt sich Herr Schöberl fleißig im Kurbeln, um sein mechanisch betriebenes Radio anzutreiben.

Stromfasten – was steckt dahinter?

Die Idee zum Stromfasten ist noch relativ jung. Der Grundgedanke der Fastenzeit liegt darin, den Umgang mit Konsumgütern im Alltag bewusster zu gestalten. In der heutigen Gesellschaft zählt Strom ganz klar dazu. Der Verbrauch verursacht nicht nur Kosten, sondern auch umweltschädliche CO2-Emissionen. Aus diesem Grund werden immer mehr Aktionen zum Verzicht auf Strom während der Fastenzeit ins Leben gerufen. So auch in Hannover: Seit 2009 findet hier jährlich die Aktion „Stromfasten“ statt. Dabei setzen die teilnehmenden Privathaushalte 40 Tage lang alle hartnäckigen Stromfresser auf die Abschussliste und gestalten ihren Umgang mit elektrischer Energie bewusst. Das Ergebnis: Satte 20 Prozent Energieeinsparung konnten die Teilnehmer in den vergangenen Jahren erreichen.

Jetzt seid Ihr gefragt!

Doch zurück zu Tilmann Schöberl und seiner Frau Manuela: Eine Woche ohne Strom – bis Freitag soll das Experiment laufen. Wir sind schon gespannt, wie das Fazit am Ende der Woche lauten wird. Was meint Ihr, ist das zu schaffen?

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie