Know-how  

17. Juli 2012

Vorsicht Hochspannung: Energiegewinnung aus Blitzen

Wenn der Himmel zornig ist. Blitze können die Leistung von 1.000 Kraftwerken erreichen | Bild: Photocase / rizi

Wenn der Himmel zornig ist. Blitze können die Leistung von 1.000 Kraftwerken erreichen | Bild: Photocase / rizi

 

Gezackte Lichtschneisen: von vielen Menschen gefürchtet, aber mindestens genauso viele sind von ihnen fasziniert. Gerade jetzt in der warmen Jahreszeit treten sie wieder vermehrt auf. Mehrere Gewitterfronten mit über 365.000 Blitzen suchten Deutschland die vergangenen Wochen heim. Dabei richteten sie nicht nur erhebliche Schäden an. Vier Menschen starben und viele andere wurden verletzt. Doch was genau passiert eigentlich, wenn es blitzt?

Geballte Ladung elektrische Energie

Blitze entstehen bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit, hierzulande hauptsächlich in den Sommermonaten. Schuld daran sind die räumlich stark getrennten positiven und negativen elektrischen Ladungen innerhalb der Gewitterwolke. Wenn die Erdoberfläche sich erwärmt, entstehen Aufwinde, die Wasserdampf mit sich nehmen. Der Wasserdampf kondensiert zu Eiskristallen, die wiederum durch immer mehr Wassertröpfchen schwerer werden und infolgedessen nach unten sinken. Dadurch entsteht eine Potentialdifferenz, die ausgeglichen werden muss. Das geschieht dann – meistens innerhalb der Wolke – durch eine elektrische Entladung, den Blitz. Aber nur jeder siebte Blitz erreicht den Erdboden. Und wenn, dann kann dieser bis zu 100.000 Kilometer pro Sekunde zurücklegen, aber auch 30.000 Grad Celsius, 100.000 Ampere Stromstärke und über mehrere Millionen Volt Spannung erreichen. Zum Vergleich: Aus einer normalen Steckdose kommen gerade einmal 16 Ampere und 230 Volt. Schon diese Werte können tödlich sein.

Kann man aus Blitzen auch Energie gewinnen?

Wenn diese Naturgewalt so große Stromstärken freisetzt, ist es dann nicht möglich, diese zu speichern? Ein naheliegender Gedanke. Doch leider kann man die elektrische Leistung der Blitze mit den heutigen Mitteln nicht zur Energiegewinnung nutzen, denn diese Leistung steht nur für den Bruchteil einer Sekunde zur Verfügung. Daher beträgt der Energiegehalt gerade einige zehn Kilowattstunden. Wollte man also in einer Stunde genauso viel Strom erzeugen, wie beispielsweise ein großes Windkraftwerk, müssten in dieser Zeit um die 1.000 Blitze eingefangen werden. Aber dann gibt es noch das Problem, dass der Ort des Einschlags nicht genau genug berechenbar ist, um den Blitz einzufangen und seine Energie zu speichern. Schade, gab es doch wissenschaftliche Ansätze, die darauf hoffen ließen, dass Energiegewinnung aus Blitzen möglich sein könnte.

Stichwörter: , , , , , , , , ,

Kategorisiert in:

Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie