E-Lifestyle  

18. Dezember 2012

Wann ist das Yike ein Bike? Neuseeländisches Falt-E-Bike will Grossstadtdschungel erobern

Faltbarer Elektro-Flitzer mit wenig Platzbedürfnis: Das YikeBike | Bild: YikeBike

Faltbarer Elektro-Flitzer mit wenig Platzbedürfnis: Das YikeBike | Bild: YikeBike

 

Unsere mobile Gesellschaft hungert nach neuen Fortbewegungsmitteln. Gerade in Metropolen, wo Parkplätze knapp sind und Autos die Luft verpesten, sind innovative Ideen gefragt, die nachhaltig Ressourcen schonen und einen praktischen Mehrwert haben. Zurück zu den Wurzeln, dachte sich bei dieser Aufgabenstellung ein neuseeländischer Erfinder und entwickelte das YikeBike. Das faltbare E-Bike erinnert mit seinen zwei ungleich großen Rädern zwar an historische Hochräder, ist jedoch auf Rucksackgröße zusammenklappbar und mit modernster Technik ausgestattet. Aber hat das YikeBike auch das Zeug zum Fortbewegungsmittel der Generation Smartphone?

E-Mobility zum Umhängen

Das hippe Gefährt von Tüftler Grant Ryan ist mit großen Ambitionen am Markt angetreten: Als urbanes Fortbewegungsmittel sollte es eine Alternative zum Auto und die ideale Ergänzung zum ÖPNV werden – mit klaren Vorteilen etwa gegenüber einem „normalen“ Fahrrad oder einem Motorroller. Denn im direkten Vergleich mit den Wettbewerbern glänzt das YikeBike mit Minimaßen, die eine Mitnahme an fast jeden Ort ermöglichen. In einer praktischen Umhängetasche passt es etwa problemlos in die überfüllte U-Bahn, wohingegen ein sperriges Fahrrad schnell zum Klotz am Bein wird.

Das angeblich kleinste und leichteste E-Bike der Welt ist innerhalb von 15 Sekunden auf eine Größe von 60 Mal 60 Zentimetern zusammengepackt. So kann man das Mini-E-Bike mit ins Büro nehmen, im heimischen Schrank verstauen oder bei einem Regenschauer per Bus oder Bahn transportieren. Selbst strampeln ist nicht nötig, denn dank 1-kWh-Elektromotor lässt sich bei einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern bequem eine Strecke von bis zu zehn Kilometern zurücklegen. Spätestens dann muss die Nano-Lithium-Phosphat-Batterie an die Steckdose, um mit dem Standardladegerät nach zwei Stunden bei einer Leistung von 450 Watt wieder 100 Prozent einsatzfähig zu sein. Das kleine Hightech-Rad ist mit Antiblockiersystem (ABS), mechanischer Motorbremse und LED-Leuchten ausgestattet und wahlweise in einer 11,5 Kilogramm leichten Karbon– oder etwas schwereren, aber dafür günstigeren Aluminium-Version erhältlich. Futuristisches Design inklusive.

Sinnvoller Beitrag zur Elektromobilität?

Gewöhnungsbedürftig ist hingegen die Art und Weise, in der man auf dem YikeBike sitzt: Die Arme werden auf den Lenker gestützt, der hinter dem Rücken des Fahrers liegt. Auch das Fahren ist für Ungeübte zunächst eine wackelige Angelegenheit und bei einer Vollbremsung steht man schneller auf den eigenen Beinen als es einem lieb sein könnte.

Ein weiteres Manko ist der hohe Preis: Zwischen 3.000 und 4.000 Euro kostet das Fahrzeug. Bisher jedoch der größte Haken: Der praktische Nutzen des YikeBike läuft gegen Null, denn es ist in Deutschland nicht für den Straßenverkehr zugelassen. So leistet es keinen ökologisch sinnvollen Beitrag zur Elektromobilität, sondern bleibt leider nur ein Spielzeug, dessen Spaßfaktor sich auf die Erkundung privater Grundstücke beschränkt. Wer also ein futuristisches Gimmick sucht, mit dem man die verdutzten Blicke von Kollegen oder Nachbarn auf sich zieht, ist mit dem YikeBike gut bedient. Alle anderen müssen sich bis zur Zulassung gedulden. Die Berliner Firma yoove Mobility importiert YikeBikes verschiedener Modelle aus Neuseeland und bietet sie zum Kauf für die private Nutzung an.

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