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24. September 2013

Was ist eigentlich…? „Nachtstrom“ einfach erklärt

Nachts sind alle Katzen grau, aber nicht alle Stromtarife gleich | Bild: J-M-K / photocase

Nachts sind alle Katzen grau, aber nicht alle Stromtarife gleich | Bild: J-M-K / photocase

In später Stunde ist Zeit zur Erholung und zum Energie tanken – für die meisten von uns. Wer jedoch die Nacht zum Tag macht und erst nach 22 Uhr im Haushalt aktiv wird, Wäsche wäscht, saugt, sich die Haare föhnt oder Geschirr spült, kann seine allgemeinen Stromkosten senken – natürlich sofern die Nachbarn damit einverstanden sind. Allerdings lohnt sich die Unterscheidung zwischen Tag- und Nachtstrom nicht für jeden. Wir erklären die wichtigsten Facts zum Thema „Strom bei Nacht“.

Hoch- und Niedertarif

Tagsüber spricht man von der Hochtarifzeit (HT), da der generelle Strombedarf höher ist, der Strom folglich teurer. Die Niedertarifzeit (NT) umfasst die nächtliche Phase von 22 bis 6 Uhr. Da der Strombedarf und somit auch die Netzauslastung geringer sind, ist der Strom günstiger.

Tag- und Nachttarif

Synonyme für Hoch- und Niedertarif

Doppeltarifzähler

Ein Doppeltarifzähler ist ein Stromzähler mit zwei Zählwerken, der sowohl den Hochtarif (HT) als auch den Niedertarif (NT) getrennt voneinander aufzeichnen kann. Somit kann Rücksicht auf die unterschiedlichen Kosten genommen werden. Wer also hauptsächlich nachts elektrische Geräte nutzt, kann mit den günstigen Nachttarifen eine Menge Geld sparen.

Aber Achtung: Doppeltarifzähler lohnen sich tatsächlich nur, wenn der eigene Stromverbrauch zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sehr hoch ist und tagsüber vergleichsweise sehr gering. Ist nur ein minimaler Unterschied vorhanden, lohnt sich die Zweiteilung nicht.

Zweitarifzähler

Synonym für Doppeltarifzähler

Eintarifzähler

Eintarifzähler sind Standard-Stromtarifzähler. Sie unterscheiden nicht zwischen den teureren Tag- und günstigeren Nachttarifen. Das heißt, der Kunde zahlt immer den gleichen Kilowattstundenpreis, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit er Strom bezieht.

Sollte ein Doppeltarifzähler im Keller installiert sein, die Unterscheidung zwischen Tag- und Nachtstrom aber nicht berücksichtigt werden, so muss kein neuer Zähler eingebaut werden. In der Regel kann der neue Stromanbieter lediglich den Tageszähler nutzen. Auch 123energie kann das System so umstellen, dass es möglich ist, auch mit Doppeltarifzählern Strom von 123energie zu beziehen. Das heißt, bei der Abrechnung werden dann die getrennt nach HT und NT erfassten und in der Rechnung erscheinenden Kilowattstunden zu einer Summe zusammengefasst und mit dem bei Vertragsabschluss bestätigten Preis berechnet.

Nachtspeicherheizung

Nachtspeicherheizungen sind elektrisch betriebene Heizungen, die einen Wärmespeicher enthalten. Aktuell werden in Deutschland rund 1,5 Millionen Nachtspeichergeräte genutzt, hauptsächlich in Altbauten oder Mehrgeschosswohnungen. Der Wärmespeicher heizt sich während der Niedertarifzeit (nachts) auf. Der günstige Nachttarif wird in Anspruch genommen. Wie viel Wärme die Heizung speichern kann, hängt ab von der Größe des Speicherkerns, der Leistungsaufnahme und Ladedauer. Im Laufe des Tages (Hochtarifzeit) gibt die Nachtspeicherheizung die erzeugte Wärme bedarfsgerecht wieder ab.

Die Bundesregierung hat zunächst ein Verbot elektrischer Heizungen ab 2020 ausgesprochen, da ältere Wärmespeicherheizungen ökonomisch und ökologisch als ineffizienter gelten als Gas- oder Ölheizungen. Das Verbot wurde allerdings 2013 annulliert. Denn durch modernste Technik sind die neuen Geräte mit guter Wärmedämmung und hochleistungsfähigen Speichersteinen ausgestattet, leise, wartungsarm, energiesparend und effizient, sofern sie mit Ökostrom aus erneuerbaren Energien betrieben werden.

Wer weitere Fragen zu diesem Thema oder allgemein zu Strom oder Gas hat, kann sie uns jederzeit hier auf dem Blog oder auf unserem Frageportal Formspring stellen.

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie