Globales Denken  

3. Juli 2014

Weltmeister der erneuerbaren Energien: Brasilien setzt auf Wasserkraft

Enormes Energiepotenzial: Brasiliens Wasserkraftwerke versorgen fast das ganze Land mit Strom | Bild: Photocase / pantitlan***

Enormes Energiepotenzial: Brasiliens Wasserkraftwerke versorgen fast das ganze Land mit Strom | Bild: Photocase / pantitlan***

Temperaturen um die 30 Grad und rund 80 Prozent Luftfeuchtigkeit – da kommt Jogis Elf während der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ordentlich ins Schwitzen. Die Wetterbedingungen sorgen aber auch dafür, dass zeitweise heftige Schauer fallen. Dies bedeutet für die Fußballer zumindest eine kurze Abkühlung. Doch nicht nur die Profi-Kicker profitieren von dem Niederschlag: Brasilien und insbesondere die Regenwälder im Norden des Landes sind bekannt für hohe Niederschlagsraten. Durchschnittlich fallen hier im Jahr zwischen 2.000 und 4.000 Millimeter Regen. Die großen Wassermengen, die in riesige Wasserfälle oder Gewässer wie den Amazonas fließen, nutzen die Brasilianer daher seit einigen Jahren vor allem für die Gewinnung von umweltfreundlichem Strom. Ähnlich wie in Norwegen werden hierzu Wasserkraftwerke genutzt, aus denen fast das gesamte Land ausreichend Energie beziehen kann.

Brasiliens Nummer 1 der regenerativen Energien: Wasserkraft

Mehr als 441 Terawattstunden Strom erzeugen die Wasserkraftwerke pro Jahr (meistens in Form von Stauseen und -dämmen) und decken damit circa 80 Prozent des Elektrizitätsbedarfs Brasiliens ab.

So auch im weltweit größten Kraftwerk Itaipú. Hier wird das Wasser aus dem Fluss Paraná zunächst in einem höher gelegenen Speicher gestaut. Zur Energiegewinnung wird das Wasser dann wieder abgelassen, wodurch Bewegungsenergie entsteht. Diese treibt wiederum eine Turbine beziehungsweise einen Generator an und Strom entsteht. So konnten 2013 rund 98,6 Millionen Megawattstunden Elektrizität generiert werden. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 2.600 Kilowattstunden pro Kopf in Brasilien könnte durch das eine Kraftwerk folglich fast ein Fünftel der zwei Milliarden Einwohner ein Jahr lang mit Energie versorgt werden.

Geringe CO2-Bilanz

Bei der Stromerzeugung aus Wasserkraft werden darüber hinaus keine klimaschädlichen Gase freigesetzt, was Brasilien zu einer geringeren CO2-Bilanz verhilft. Außerdem sind zum Bau der Anlagen keine wertvollen Ressourcen nötig, da lediglich die Fließkraft des Wassers genutzt wird. So kann Brasilien durch diese Art der Energiegewinnung weitestgehend auf fossile Energieträger verzichten.

Vielleicht schaffen bald auch Wind- und Sonnenenergie ihren Durchbruch: Bis 2020 sollen Windräder aufgestellt werden, die eine Kapazität von 16 Gigawatt aufweisen. Wird Brasilien so Weltmeister der erneuerbaren Energien?

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