Globales Denken  

1. August 2011

Wenn dem Wind die Puste ausgeht – Windenergie im Hochsommer

Hochsommer ist nichts für Windkraftanlagen | Bild: photocase / cw-design

Hochsommer ist nichts für Windkraftanlagen | Bild: photocase / cw-design

 

150 Meter Stahl ragen in den blauen Himmel. Perfektes Badewetter. Nur die Windkraftanlagen haben nichts zu lachen. Die Rotorblätter drehen sich schwerfällig in der Hitze. Sie drehen immer langsamer. Und plötzlich – nichts geht mehr. Pusten hilft nichts. Schließlich braucht eine Windkraftanlage mindestens 3 m/s Windgeschwindigkeit, um sich zu drehen. Was nun? Steht ohne Wind die Welt tatsächlich still?

Kein Wind – und jetzt?

Bei Windflaute haben zumindest die Windkraftgegner endlich mal ihre Ruhe. Besonders im „Ländle“ ist die Freude groß, denn hier stoßen Windräder auf enormen Widerstand. Beklagt wird der Lärm der donnernden Rotorenblätter. Die Verschandelung der Umgebung durch die hohen Türme. Und der Tod von Fledermäusen.

Ob Gegner oder Befürworter – Windkraftanlagen allein sind keine Lösung. Rein rechnerisch könnten zwar angeblich 3.400 Windräder die 17 Atomkraftwerke in Deutschland ersetzen. Aber die Rechnung geht nicht ganz auf. Schließlich laufen Windräder nicht ständig auf Hochtouren, zum Beispiel bei Windflaute. Deshalb wird es auch in Zukunft kein Stromnetz geben, das ausschließlich auf Windenergie baut. 2010 wurden nur gut 6 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus Windkraft gewonnen, und circa 11 Prozent aus anderen erneuerbaren Energien.

Die zukünftige Lösung

Das soll sich aber ändern. Laut Umweltbundesamt stammt spätestens 2050 aller Strom aus Wind- und Sonnenenergie, Wasserkraft und Biomasse. In ihrem Zukunftsszenario stellt sich das Umweltbundesamt die kontinuierliche Stromversorgung so vor: Scheint die Sonne extrem viel oder bläst der Wind den ganzen Winter lang übers Land, wird zu viel Strom produziert. Der soll dann auf Basis von Methan und Wasserstoff in Pumpspeicherwerken und Langspeichern gelagert werden. Diese dienen als Reservekraftwerke. Und geht dem Wind mal die Puste aus, eilen die Kraftwerke zu Hilfe. So muss niemand auf Strom verzichten.

Wie funktioniert ein Windrad eigentlich?


Naja, Herr Schubert. Im Ansatz gut, aber so ganz stimmt die Erklärung nicht. Die Windkraftanlagen funktionieren eigentlich wie ein Dynamo am Fahrrad. Nur muss man hier nicht treten, sondern das erledigt der Wind. Der versetzt die Rotorblätter in eine Drehbewegung. Und diese treibt den Generator im Maschinenhaus des Windrades an. So wird die Bewegungsenergie vom Wind in elektrische Energie umgewandelt, die dann zu guter Letzt in unserem Stromnetz landet.

Aufbau eines Windrades | Bild: Welt der Physik / Sabine Kuhls-Dawideit

Aufbau eines Windrades | Bild: Welt der Physik / Sabine Kuhls-Dawideit

 

Rekorde der Windkraft

Die Nachfrage nach Windenergie wächst. Und mit ihr die Größe und Anzahl der Windkraftanlagen. Noch steht das höchste Windrad der Welt mit 205 Metern Gesamthöhe in Deutschland. Der weltweit größte Offshore-Windpark ist vor der dänischen Nordseeküste. Aber auch in Übersee tut sich was: Ab 2012 soll der größte Windpark der Welt im US-Bundesstaat Oregon in Betrieb gehen. Der erzeugt dann für 235.000 Haushalte den Strom.

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