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3. Mai 2011

Wie unterscheide ich Gütesiegel und Zertifikat bei Ökostrom?

Ein Siegel in Grün | Bild: istock / Wax seal

Ein Siegel in Grün | Bild: istock / Wax seal

 

Wer sich für Ökostrom entscheidet, will etwas Gutes für die Umwelt tun. Daher ist es wichtig zu wissen, nach welchen Kriterien das Ökoprodukt ausgewählt werden sollte. Es gibt viele Zertifizierungen und Gütesiegel, die die Ökoprodukte auszeichnen, deren Unterschiede aber schwer zu erkennen sind. Das wichtigste Entscheidungskriterium ist wohl, wie stark man mit dem Bezug eines bestimmten Ökostromtarifs den Ausbau der erneuerbaren Energien unterstützten kann.

Das unabhängige Verbraucherportal Verivox fordert daher vom Gesetzgeber klare und verbindliche Kriterien für alle Ökostromprodukte, um der allgemeinen Verunsicherung ein Ende zu bereiten und Mogelpackungen vom Markt zu drängen. Bis das soweit ist, hilft es, den Unterschied zwischen Ökostromzertifikaten und Gütesiegeln zu kennen.

Ökostrom-Zertifikate

sind oft Herkunftszertifikate, zeigen also auf, wo der Strom herkommt, zum Beispiel aus Dänemark, und aus welcher Stromquelle der Strom kommt, zum Beispiel aus einem Windkraftwerk. Herkunftsnachweise werden gehandelt und geben wenig über die eigentliche Qualität des Stromes preis. Allein die Angabe der Stromquelle reicht aus, dieses Zertifikat zu erhalten.

Ökostrom-Gütesiegel

zeigen auf, inwieweit in den Bau neuer regenerativer Stromerzeugungsanlagen investiert wird. Um dieses Siegel zu erhalten, muss grundsätzlich zu einem gewissen Grad in solche Anlagen investiert werden. Um dieses Siegel zu erhalten, muss der Ökostrom strenge Kriterien aufweisen.

Beispiel: Das „ok-power-Gütesiegel“

Vergeben wird es von dem Verein der EnergieVision e.V., dessen Gründungsmitglieder der WWF Deutschland, die Verbraucherzentrale NRW und das Öko-Institut sind.

Der Ökostrom, der diese Auszeichnung verdient (z.B. das neue Produkt „123ökostrom Premium“), hat eine harte Prüfung durchlaufen, denn er

• darf ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen stammen
• oder zu 50 Prozent aus umweltschonenden Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK)
• ein Drittel der Anlagen, aus denen der Strom stammt, darf höchstens sechs Jahre alt sein, ein weiteres Drittel nicht älter als zwölf Jahre; der Bau neuer Anlagen wird somit zwangsläufig gefördert
• der Strom darf nicht aus Müllverbrennungsanlagen stammen
• Wind- und Photovoltaikanlagen dürfen nicht in Naturschutzgebieten stehen
• eine Investition in den Ausbau von Erneuerbaren Energien über die gesetzliche Förderung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hinaus ist ein Muss

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Dieser Artikel wurde verfasst von 123energie