Globales Denken  

23. Oktober 2014

Wind of Change von Hamburg bis Huambo: Messe WindEnergy 2014

Wind setzt Energie frei. Das wussten die Scorpions schon in den Neunzigern. Und erst kürzlich betonte dies nochmal Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in Hamburg zum Auftakt der weltweit größten Windenergiemesse, der WindEnergy Hamburg. 1.200 Aussteller aus 30 Ländern zeigten, was sie der Energiewende gern mit auf den Weg geben würden; nämlich am liebsten einen Wiederaufschwung: Nach Jahren des Windenergie-Hypes herrschte im letzten Jahr eine internationale Flaute. Nur 36 Gigawatt Windenergie-Leistung wurden neu installiert. Ein Rückgang des Weltmarktes um rund 20 Prozent. Aber das soll sich nach Expertenmeinung wieder ändern. Besonders an Land und bis hinunter nach Afrika.

Standorte der Offshore Windparks in Deutschland | Bild: © Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE

Standorte der Offshore Windparks in Deutschland | Bild: © Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE

 Windenergie entsteht am Fliessband

Höher, schneller, günstiger – das trifft auch auf Windkraftanlagen zu. Die Windriesen werden in Serie gefertigt. Das macht sie günstiger und insgesamt rentabler. Und größer: Windturbinen mit Rotordurchmessern von bis zu 150 Metern und einer Leistung von sechs Megawatt wurden auf der Messe in Hamburg vorgestellt. Diese sind zwar für den Einsatz auf See bestimmt – doch selbst an Land erreicht das größte Windrad seiner Art mittlerweile einen Rotordurchmesser von 130 Metern. Einige Prototypen könnten damit bereits fünf Megawatt leisten. Zum Vergleich: Die Senioren unter den Windkraftanlagen erreichten eine maximale Blattlänge von rund 65 Metern an Land und 85 Metern auf See (Stand 2013).

Wo Windanlagen früher im Windschatten von Wäldern gestanden hätten, strecken inzwischen noch höhere Türme ihre Rotorenblätter in die Luft. Sie drehen sich einfach über den Baumwipfeln. Ob dieser Anblick Wanderer und Naturliebhaber erfreuen kann, bleibt zur Diskussion gestellt.

Neu ist das Selfie vorm Windpark

Ich glaub, mich knutscht ein Elch: Selfie vorm Offshore-Windpark | Bild: Photocase / lulululukas

Ich glaub, mich knutscht ein Elch: Selfie vorm Offshore-Windpark | Bild: Photocase / lulululukas

Immerhin: Meereswindparks werden Touristen bereits als Attraktion angeboten: Zum Beispiel auf Helgoland. Hier bieten Windparkbetreiber Schiffstouren zu benachbarten Offshore Windparks. Die neuste Entdeckung koreanischer Forscher dürfte die Produktion von Windenergie demnächst zu einem wahren Augenschmaus machen: Goldene Fahnen erzeugen auch Windenergie. Das regt gleich die Fantasie an: Daraus ließe sich doch ein Show-Act für die WindEnergy 2016 stricken, oder nicht?

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