Zukunft Energie  

5. Februar 2015

Zurück in die Ökostrom-Zukunft: zweiblättrige Offshore-Anlagen

Die Windkraftbranche besinnt sich ihrer Wurzeln | Bild: Flickr / Robert S. Donovan

Die Windkraftbranche besinnt sich ihrer Wurzeln | Bild: Flickr / Robert S. Donovan

 

1983 im Kaiser-Wilhelm-Koog bei Marne: GROWIAN steht, fällt lange aus und kriegt Risse. Das erste deutsche Windrad hat zwei Rotorblätter und die brechen ihm buchstäblich das Genick. 1988 wird die Anlage abgewrackt.

Das Fazit: Ein Windrad braucht drei Rotorblätter. Sie nutzen den Wind besser, laufen gleichmäßiger, sind leiser und verträglicher für ihre Umgebung. Allen Erfahrungen zum Trotz wollen Hersteller es aber nochmal wissen:

Reichen dem Offshore-Windrad nicht doch zwei Rotorblätter?

Offshore-Windkraftanlagen sind etwa doppelt so teuer wie ihre Schwestern und Brüder an Land. Konstrukteure zerbrechen sich deshalb den Kopf, ob nicht ebenso viel Strom mit nur zwei Rotorblättern erzeugt werden kann wie mit drei. Dadurch wären Herstellung, Logistik und Installation rund 20 Prozent günstiger. Allein schon wegen des Materials, das sich am dritten Blatt einsparen ließe. Die Flügel ließen sich mit der Turbine vorab verschrauben. Diese relativ kompakten Pakete würden problemlos in Schiffe passen. Es wäre ein Leichtes, sie anschließend auf die Spitze des Windrades zu bugsieren.

Den bisher umfangreichsten Test mit den neuen Prototypen zweiblättriger Windräder startete der chinesische Hersteller Ming Yang Wind Power – der weltweit neuntgrößte unter den Herstellern von Windkraftanlagen. Ming Yangs Prototyp hat einen Durchmesser von 140 Metern. Er wiegt 40 Tonnen weniger als seine konventionellen Kollegen, nämlich nur 308 Tonnen. Diese Idee der Verschlankung ist ja grundsätzlich interessant, da gegenläufig zum allgemeinen Trend immer größerer Anlagen. Eine Anlage mit sechs Megawatt Leistung aus schlanken, zweiflügeligen Prototypen entsteht derzeit in China. Demnächst ist ein weiterer Testlauf in Norwegen geplant.

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