Stromfresser Supermarkt

Einzelhändler ermöglichen vor allem in Großstädten eine fast 24h-Versorgung. Der Energieverbrauch schießt dabei in die Höhe. Doch es gibt erste Sparmaßnahmen.

Es ist fast 23 Uhr abends in Berlin: Die vielen Lichter im hell erleuchteten Supermarkt brennen noch. So kann der ein oder andere noch schnell die Zeit nutzen, um die letzten wichtigen Besorgungen zu machen oder einfach nur den Heißhunger auf Schokolade oder Chips zu stillen.

Lebensmittelhandel als enormer Energieschlucker

Der Lebensmittelhandel ist laut einer Studie des Kölner EHI Retail Instituts mit einem durchschnittlichen Energieverbrauch von 46 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr eine der energieintensivsten Branchen auf dem deutschen Markt.

Der größte Stromfresser ist die Kühlung – mit einem Anteil von 41 Prozent am gesamten Verbrauch. Verwunderlich ist das nicht, denn um alle Lebensmittel möglichst lange frisch zu halten, müssen diese 24/7 gekühlt werden. Auch die Beleuchtung treibt die Stromrechnung durch besonders lange Öffnungszeiten und fensterlose Räume weiter nach oben. Aufgrund der hohen Energiekosten und CO2– Emissionen arbeitet die Branche jetzt verstärkt an Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in Supermärkten und will so dem Stromfresser-Image ein Ende bereiten. Auch das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme forscht nach energiesparenden Konzepten und startet erste Testläufe. Die folgenden Lösungen sollen den Supermarkt in einen kostensparenden und umweltschonenden Ort umwandeln. Dabei wird der Fokus auf die größten Stromfresser gelegt:

Kühlung
Weg von dem offenen System der Warenkühlung hin zu Glasabdeckungen beziehungsweise Glastüren an Regalen und Truhen. Ein geschlossener Kreislauf entsteht, durch den die Energie nicht unnötig nach außen weicht, sondern nur wenn die Glasabdeckung geöffnet wird. Die Energie wird somit ausschließlich zur Kühlung von Lebensmittel verwendet. Der Pluspunkt für alle Einkäufer ist außerdem, dass das Frieren in der Tiefkühlabteilung künftig der Vergangenheit angehört.

Beleuchtung
Hier geht der Trend ganz klar zum Tageslicht: Ab sofort sollen neue Supermärkte mit dreifach verglasten Dachkuppeln ausgestattet werden, die das Sonnenlicht reflektieren und die Verkaufsräume so mit Tageslicht versorgen. Natürlich wird nicht gänzlich auf zusätzliche Leuchten in den Verkaufsräumen verzichtet, jedoch werden diese in Abhängigkeit zum Tageslicht reguliert. Um das neue Licht-Konzept zu vollenden, werden veraltete Leuchtmittel gegen energieeffiziente LED-Leuchten oder T 5- Leuchtstofflampen ausgetauscht.

Heizenergie
Auch bei dem Heizenergieverbrauch gilt: keine veralteten Geräte, die die Kosten und die Umweltbelastung in die Höhe treiben. Mit der Wärmerückgewinnung aus regenerativen Energiequellen wie der Abwärme von Kühlanlagen, wird die Energie genutzt, die ohnehin schon da ist!

Erfolgreiche Energiesparer

Erste Erfolge mit den Sparmaßnahmen und der Entwicklung zu mehr Nachhaltigkeit im Lebensmitteleinzelhandel sind bereits zu sehen. Die REWE Group zeigt mit dem 2009 in Berlin eröffneten „Green Building“ wie ein energieeffizienter Supermarkt aussieht, der fast 50 Prozent einspart und erhält dafür Auszeichnungen zum Thema Nachhaltigkeit.

Mit positivem Beispiel voran: Das Berliner „Green Building“ | Bild: REWE Group

(Mit positivem Beispiel voran: Das Berliner „Green Building“ | Bild: REWE Group)

Wer auch als Verbraucher seinen ökologischen Fußabdruck im Supermarkt hinterlassen möchte, kann schon mit den einfachsten Methoden etwas zum Energiesparen beitragen. Beispielsweise immer darauf achten, dass man die Tiefkühltruhe nach dem Rausnehmen der Ware wieder schließt oder eben diese nicht länger als nötig offenstehen lässt.

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